Hertha BSC: Fabian Reese im offenen Gespräch über Krise, Druck und Zukunftspläne
Der Fußball-Zweitligist Hertha BSC steckt tief in der Krise. Wie der rbb24 in einem Interview mit Fabian Reese berichtet, spricht der Spieler offen über die schwierige Situation des Vereins, den Druck der Erwartungen und seine persönlichen Ziele. Reese, der nach langer Verletzungspause im Januar zurückgekehrt ist, befindet sich laut eigener Aussage in einer "absolut schwierigen Phase". Er sei zwar glücklich, wieder spielen zu können, wünsche sich aber natürlich mehr Siege für die Mannschaft.
Rückblickend auf sein erstes Jahr bei Hertha, das er als "Traum-Jahr" bezeichnet, erinnert sich Reese an 13 Tore und 21 Vorlagen. Wie der WDR in einem Podcast-Interview wiedergibt, war dieses Jahr für ihn "lebensverändernd". Doch die folgende Saison verlief ganz anders. Eine Sprunggelenksverletzung im Testspiel gegen Energie Cottbus warf ihn zurück. "Ich wusste in dem Moment schon, dass es ein bisschen mehr als eine Prellung ist", zitiert ihn der rbb24. Die Verletzung sei ein "sehr langer Leidensweg" gewesen.
Trotz der Verletzung und der sportlichen Krise blieb Reese Hertha treu. Obwohl er Angebote aus der Bundesliga hatte, entschied er sich für einen Verbleib in Berlin. "Ich weiß aber, was ich hier habe", betont er im rbb24-Interview. Den Verkauf von Top-Torjäger Haris Tabakovic und Abwehrchef Marc Oliver Kempf bezeichnete er als Umbruch mit Risiken, der "leider nicht den Erfolg mit sich brachte, den wir uns erwartet haben."
Die Nähe zu den Fans ist Reese wichtig. Wie der rbb24 berichtet, unternahm er während seiner Verletzungspause einen Sommerspaziergang mit hunderten seiner Instagram-Follower durch den Lietzenseepark. "Nach diesem sehr turbulenten Sommer wollte ich einfach mal die Leute kennenlernen, die uns von der Tribüne aus supporten", erklärt er im Interview. Auch in Berlin wird er gelegentlich von Fans angesprochen, was er größtenteils positiv empfindet.
Die sportliche Talfahrt von Hertha verfolgte Reese machtlos mit. "Es tat brutal weh", sagt er im rbb24-Interview. Die Entlassung des damaligen Trainers Cristian Fiél sei ein Automatismus im Fußball gewesen. "Nichts ersetzt Siege", so Reese. Es sei aber nicht so, dass die Spieler gesagt hätten, sie könnten mit Fiél nicht mehr arbeiten.
Vor seiner Rückkehr wurde Reese von vielen Fans als Heilsbringer gesehen. Diesen Druck habe er gespürt, wie aus dem rbb24-Interview hervorgeht. Aktuell beflügele ihn der Druck aber eher. Besonders freut er sich über die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer Stefan Leitl, mit dem er bereits in Fürth zusammengearbeitet hat. "Er ist ein herausragender Trainer, ein Top-Mensch und ein akribischer Arbeiter", lobt Reese Leitl im rbb24-Interview.
Elf Spiele vor Saisonende sieht Reese den Fokus auf der Art und Weise des Spiels. "Wir werden diese Saison nicht mehr aufsteigen", stellt er klar. Es gehe darum, "die Fahne auf der Brust mit Stolz zu tragen". Seine persönlichen Ziele und seine Zukunft bei Hertha will er im Sommer neu bewerten. "Ich liebe diesen Verein heiß und innig – das ist keine Floskel, sondern wirklich so", bekräftigt er im rbb24-Interview.
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