Wandel im Wählerklientel der Linkspartei

Wandel im Wählerklientel der Linkspartei

Die Linkspartei erlebt einen Wandel ihrer Wählerschaft. Wie der Politikwissenschaftler Jan Philipp Thomeczek im Interview mit rbb|24 erklärte, hat sich das Klientel "vollständig geändert". Lange galt die Partei als ostdeutsch dominiert und bei älteren Wählern verankert. Doch die jüngsten Wahlergebnisse zeigen ein anderes Bild. Wie rbb|24 berichtet, findet die Partei besonders bei jungen Wählern zwischen 18 und 24 Jahren Anklang und ist zu einer "großstädtischen Partei" geworden, die auch in westdeutschen Universitätsstädten Erfolge verzeichnet.

Thomeczek sieht einen der Gründe für den Erfolg im Verschwinden innerparteilicher Streitigkeiten, beispielsweise zur Positionierung im Ukraine-Krieg. Auch das Ausscheiden von Sahra Wagenknecht, die, wie die Tagesschau berichtet, eine eigene Partei plant, könnte eine Rolle spielen. Ein weiterer Faktor ist die klare Positionierung der Linken in der Migrations- und Asylpolitik. Laut rbb|24 betonte die Partei im Wahlkampf ihre Ablehnung von Abschiebungen und ihr Festhalten am Asylrecht. Damit positioniert sie sich als Gegenpol zur AfD, die besonders in Brandenburg Zugewinne verzeichnen konnte.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verweist auf die historischen Wurzeln der Linken im Osten Deutschlands und den schwierigen Prozess der Etablierung im Westen. Die Fusion mit der WASG habe zwar zu einer Westausdehnung geführt, doch die Stimmenanteile in den neuen Bundesländern blieben weiterhin deutlich höher. Die bpb betont auch die Konkurrenz durch die AfD, die der Linken, insbesondere im Osten, Wähler abgenommen hat.

Ob der derzeitige Erfolg der Linken von Dauer ist, bleibt abzuwarten. Der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer analysiert in einer auf ssoar.info veröffentlichten Studie die Entwicklung der SPD nach der Wiedervereinigung. Er zeigt auf, wie Veränderungen im Wählerverhalten und im politischen Angebot die Stellung einer Partei beeinflussen können. Auch die Linke steht vor der Herausforderung, ihre neue Wählerschaft langfristig zu binden und ihr Profil zu schärfen.

Wie die ZEIT bereits 2016 berichtete, ist die strategische Ausrichtung der Partei zwischen Protest und Regierungsbeteiligung ein fortwährender Konflikt. Schon 2005 veröffentlichte die Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Studie zur PDS, die die Schwierigkeiten der Partei im Westen beleuchtete. Als Gründe für den geringen Erfolg wurden unter anderem die kulturelle Fremdheit der PDS im Westen und die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung genannt.

Quellen:

https://www.rbb24.de/politik/wahl/bundestag/2025/linke-afd-berlin-brandenburg-bundestagswahl-thomeczek.html

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wagenknecht-neue-partei-102.html

https://www.bpb.de/themen/parteien/parteien-in-deutschland/die-linke/42138/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-linken/

https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/98082/ssoar-gwp-2010-2-niedermayer-Triumph_und_Desaster_Die_SPD.pdf?sequence=1&isAllowed=y&lnkname=ssoar-gwp-2010-2-niedermayer-Triumph_und_Desaster_Die_SPD.pdf

https://www.zeit.de/zett/politik/2016-05/auch-die-linke-wird-junge-menschen-nicht-fuer-parteipolitik-begeistern-koennen

https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/studie_pds-west.pdf

Veröffentlich am 
27/2/2025
 in Kategorie: 
Politik
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von KI erstellt.

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