Neubaumieten in Berlin und Brandenburg steigen weiter
Die Mietentwicklung in Berlin und Brandenburg zeigt weiterhin eine angespannte Situation, insbesondere im Neubau-Bereich. Während die Bestandsmieten moderat steigen, sind die Neubaumieten deutlich stärker angestiegen. Wie rbb24 berichtet, bezeichnet der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) die Entwicklung als "alarmierend".
Laut BBU beträgt die durchschnittliche Bestandsnettokaltmiete in Berlin 6,85 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Brandenburg liegt die Bestandsnettokaltmiete bei 5,81 Euro, mit einer Steigerung von 3,2 Prozent. Die Neubaumieten sind hingegen in Berlin auf 12,66 Euro und in Brandenburg auf 12,87 Euro pro Quadratmeter gestiegen, was einem Anstieg von 15,6 bzw. 15,3 Prozent entspricht. Wie rbb24 in einer Meldung ausführt, betont BBU-Vorständin Maren Kern, dass diese Zahlen Projekte betreffen, die vor der Kostenexplosion ab 2020/2021 gestartet wurden. Aktuellere Neubauwohnungen liegen demnach zwischen 18 und 20 Euro pro Quadratmeter. Als Gründe nennt der BBU gestiegene Baupreise, höhere Baustandards und gestiegene Bauzinsen.
Die Problematik der steigenden Baukosten wird auch in anderen Berichten thematisiert. So berichtete die Berliner Zeitung im Februar 2024 über das Potenzial für den Wohnungsbau in Berlin und den damit verbundenen Bedarf bis 2040. Auch das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete im Juli 2024 einen Rückgang der Baugenehmigungen für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr, was die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich verschärft. Ein Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen unter Leitung des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner diskutiert Maßnahmen zur Beschleunigung von Planungs- und Bauprozessen, wie einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zu entnehmen ist. Hierbei spielt auch das "Schneller-Bauen-Gesetz" eine wichtige Rolle, welches unter anderem Bauantragskonferenzen für größere Bauvorhaben vorsieht.
Der BBU kritisiert neben den hohen Baukosten auch die Überregulierung im Baubereich. Wie rbb24 berichtet, gebe es rund 20.000 Bauvorschriften und 3.900 DIN-Normen, die beim Bauen beachtet werden müssten. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen plant laut eigener Aussage, die Bezirke bei der Anwendung von Befreiungen und im Umgang mit Abstandsflächen zu unterstützen. Der BBU, ein Verband aus 340 Wohnungsunternehmen, bewirtschaftet laut rbb24 rund 1,12 Millionen Wohnungen in Berlin, Brandenburg und dem Bund.
Die angespannte Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter steigende Baukosten, hohe Zinsen und regulatorische Hürden. Die Bemühungen des Bündnisses für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen sowie die geplanten Gesetzesänderungen zielen darauf ab, die Prozesse zu beschleunigen und den Wohnungsbau zu fördern. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die steigenden Neubaumieten einzudämmen, bleibt abzuwarten.
Quellen:
- https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/02/berlin-brandenburg-mietmonitor-bbu-neubaumieten-steigen.html
- https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/exklusiv-hier-sollen-in-berlin-eine-viertelmillion-wohnungen-gebaut-werden-li.2188220
- https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1417971.php
- https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/07/PD24_278_3111.html