Körperkult im Fitnessstudio: Jugendliche, Social Media und der Druck, perfekt zu sein

Körperkult im Fitnessstudio: Jugendliche, Social Media und der Druck, perfekt zu sein

Immer mehr Jugendliche trainieren im Fitnessstudio. Was steckt hinter diesem Trend? Wie der Sportsoziologe Thomas Alkemeyer im Interview mit rbb|24 erklärte, spielen Social Media und der dort propagierte Körperkult eine entscheidende Rolle. Jugendliche orientieren sich an den dort präsentierten Körperidealen, um Anerkennung in ihren Peergroups zu finden.

Die Zahl der jugendlichen Fitnessstudiobesucher hat sich laut Alkemeyer zwischen 2013 und 2020 verdoppelt, auf rund 1,8 Millionen. Die Corona-Pandemie könnte diesen Trend verstärkt haben, da Fitnessvideos und Influencer Alternativen zum eingeschränkten Vereinssport boten.

Alkemeyer sieht Krafttraining im Kindes- und frühen Jugendalter kritisch, sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch wegen der frühzeitigen Prägung auf Körperbilder und -normen. Ein zielgerichtetes Training hält er ab 13 oder 14 Jahren für vertretbar, sofern es verantwortungsvoll angeleitet wird und den individuellen Entwicklungsstand berücksichtigt.

Der Einfluss von Social Media ist enorm. Plattformen wie Instagram und TikTok setzen geschlechtsspezifische Körperideale in Szene und geben – nicht immer unproblematische – Tipps zu Fitness, Gesundheit und Ernährung. Wie schau-hin.info berichtet, können die aufwendig inszenierten Ideale kaum erreicht werden und führen zu Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Die ständige Verfügbarkeit der Netzwerke erhöht den Druck zur perfekten Selbstdarstellung. Durch Filter und Bildbearbeitung wird eine verzerrte Realität geschaffen, die Nachahmung provoziert.

Die Welt berichtet über die Gefahren eines exzessiven Körperkults. Einseitiges Training und der Fokus auf Äußerlichkeiten können zu Muskelsucht führen. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Proteinen und Kreatin, die im Hochleistungssport nicht als Doping gelten, sieht Alkemeyer kritisch. Die Hemmschwelle zu gefährlicheren Mitteln sinke, so der Sportsoziologe gegenüber rbb|24. Auch der Schmerzmittelkonsum nehme zu, um trotz körperlicher Signale trainieren zu können.

Die Body-Positivity-Bewegung versucht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie natürliche und unbearbeitete Körperbilder präsentiert. Wie Alkemeyer jedoch gegenüber rbb|24 anmerkt, bleibt der gesellschaftliche Maßstab an den vorherrschenden Körpernormen und Schönheitsidealen ausgerichtet. Abweichende Körper werden oft abgewertet und sozialen Zuschreibungen unterworfen. Wie Deutschlandfunk Kultur berichtet, fühlen sich viele Jugendliche durch die sozialen Medien unter Druck gesetzt.

Die Heimat Krankenkasse gibt Eltern Tipps für den Umgang mit dem Schönheitswahn in den sozialen Medien. Vorbild sein, offen sprechen, Interesse zeigen und Regeln finden, sind wichtige Schritte, um Kinder und Jugendliche zu einem positiven Körperbild und einem stabilen Selbstwertgefühl zu führen.

Der WDR berichtet über die steigende Beliebtheit von Kraftsport bei Jugendlichen. Für viele junge Männer ist das Ziel, Muskeln aufzubauen und den Körperidealen aus Filmen, Serien und Social Media nachzueifern.

Quellen:

  • https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/03/fitness-kraft-training-kinder-jugendliche-sportsoziologe.html
  • https://www.schau-hin.info/sicherheit-risiken/medialer-koerperkult-gefaehrliche-ideale
  • https://www.welt.de/sport/fitness/plus248647548/Gefaehrlicher-Koerperkult-bei-Jugendlichen-Die-aufgepumpte-Jugend.html
  • https://reportage.wdr.de/warum-kraftsport-bei-jugendlichen-gerade-so-beliebt-ist
  • https://www.heimat-krankenkasse.de/ratgeber/gesundheit/schoenheitswahn-durch-social-media-tipps-fuer-eltern/
  • https://www.deutschlandfunkkultur.de/soziale-medien-koerper-wahrnehmung-junge-menschen-100.html
Veröffentlich am 
4/3/2025
 in Kategorie: 
Sport
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von KI erstellt.

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