Matthias Lilienthal: Neuer Intendant der Berliner Volksbühne
Matthias Lilienthal wird neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Der 65-jährige übernimmt die Leitung des Hauses am Rosa-Luxemburg-Platz ab der Spielzeit 2026/27, wie der rbb und die Tagesschau übereinstimmend berichten. Der Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) bestätigte die Personalie am Freitag. Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, wird Lilienthal von einem Artistic Board, bestehend aus den Choreografinnen Florentina Holzinger und Marlene Monteiro Freitas, unterstützt.
Lilienthal ist ein erfahrener Theatermacher. Bis 1998 war er Chefdramaturg unter Frank Castorf an der Volksbühne, wie der rbb berichtet. Später leitete er das Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin und die Münchner Kammerspiele. Wie Nachtkritik berichtet, kuratierte er 2024 für die Berliner Festspiele das Festival "Performing Exiles".
Die Ernennung Lilienthals folgt auf den Tod von René Pollesch im Februar 2024. Wie der Spiegel berichtet, stand die Volksbühne seitdem ohne feste Leitung da. Ein Versuch einer Übergangsintendanz scheiterte. Der rbb betont die schwierige Situation des Hauses, das aufgrund von Sparmaßnahmen im Berliner Kulturetat zwei Produktionen streichen musste.
Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung Lilienthals betonte dieser, wie der rbb berichtet, sein Interesse an internationaler Zusammenarbeit: "Ich gehe davon aus, dass es ein zu 95 Prozent internationales Line-up der Regisseur:innen gibt." Er wolle damit, so der rbb weiter, "einen bewussten Widerstand gegen die Renationalisierung" leisten. Florentina Holzinger, Mitglied des Artistic Boards, äußerte sich laut rbb erfreut über Lilienthals Ernennung und bezeichnete die Intendanz als "Drecksarbeit". Sie freue sich, als Künstlerin weiterhin an der Volksbühne arbeiten zu können.
Laut rbb entschied sich Kultursenator Chialo nicht allein für Lilienthal, sondern konsultierte ein vierköpfiges Beratungsgremium, das sich einstimmig für ihn ausgesprochen habe. Der rbb zitiert einen Kommentar von Barbara Behrendt, die die Entscheidung als "sicher und gut" bezeichnet, gerade angesichts der anstehenden Sparrunden.
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