Tarifkonflikt bei der BVG: Hohe Forderungen und angespannte Haushaltslage
Der Tarifkonflikt zwischen der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) und der Gewerkschaft Verdi spitzt sich zu. Wie rbb24 berichtet, fordert Verdi eine Gehaltserhöhung von 750 Euro monatlich für die rund 16.000 Beschäftigten, sowie Erhöhungen bei Zulagen und Weihnachtsgeld. Das entspricht einer Steigerung von über 30 Prozent. Die BVG bietet laut eigenen Angaben durchschnittlich 17,6 Prozent mehr Lohn über vier Jahre an und eine Erhöhung der Zulagen um bis zu 84 Prozent. Wie IT-Boltwise berichtet, umfasst die Forderung von Verdi auch ein 13. Monatsgehalt.
Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt kritisiert die Angebote der BVG als unzureichend und spricht von „meilenweiten“ Abständen zwischen Forderung und Angebot, wie rbb24 berichtet. Zwei eintägige Warnstreiks hat Verdi bereits durchgeführt, zuletzt wurde ein 48-stündiger Warnstreik durchgeführt, wie ebenfalls bei rbb24 zu lesen ist. Die BVG argumentiert laut rbb24, dass das durchschnittliche Bruttogehalt inklusive Zulagen bei 3.400 Euro liege und die Wochenarbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt auf 37,5 Stunden gesenkt worden sei. Arndt entgegnet laut rbb24, dass die Beschäftigten durch die Arbeitszeitverkürzung nicht mehr Geld zur Verfügung hätten und die Angebote der BVG de facto einen Reallohnverlust bedeuten.
Der Tarifkonflikt bei der BVG steht im Kontext anderer Tarifauseinandersetzungen. Wie rbb24 berichtet, einigten sich Deutsche Bahn und EVG auf Lohnerhöhungen von bis zu 6,5 Prozent bis Ende 2027. Im öffentlichen Dienst fordert Verdi acht Prozent und bei der Post sieben Prozent, so der DGB. Berliner Senatsvertreter, darunter Finanzsenator Stefan Evers (CDU), warnen laut rbb24 vor Angebotseinschränkungen im Nahverkehr, sollte ein hoher Tarifabschluss bei der BVG zustande kommen.
Die BVG steht unter Wettbewerbsdruck, insbesondere durch die Deutsche Bahn, die in Berlin die S-Bahn und Regionalverkehr betreibt und aktiv um Personal wirbt, wie rbb24 berichtet. Auch in Brandenburg, wo über ein Dutzend Verkehrsunternehmen tätig sind, ist der Bedarf an Fahrpersonal hoch. Laut rbb24 lag die BVG vor fünf Jahren bei der Vergütung des Fahrpersonals noch an der Spitze im bundesweiten Vergleich. Inzwischen haben andere Bundesländer deutlich höhere Tarifabschlüsse erzielt, beispielsweise Niedersachsen mit rund 22 Prozent über 24 Monate und Hessen mit rund 16 Prozent über zwei Jahre. In Brandenburg stiegen die Gehälter im vergangenen Jahr um 13 Prozent und Anfang dieses Jahres um weitere zwei Prozent, wie rbb24 berichtet. Das Einstiegsgehalt für Fahrpersonal ohne Zulagen liegt bei der BVG derzeit bei 2.807 Euro und damit deutlich unter dem in Hamburg (3.329 Euro) oder Brandenburg (3.022 Euro), so rbb24.
Drei weitere Verhandlungstermine sind vereinbart: am 26. Februar, 21. März und 10. April. Ob es zu einer Einigung kommt oder weitere Streiks folgen, bleibt abzuwarten.
Quellen:
- https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/02/tarifverhandlungen-nahverkehr-bvg-forderungen-haushalt-berlin.html
- https://www.it-boltwise.de/verdi-streik-bringt-berliner-nahverkehr-zum-erliegen-forderungen-und-reaktionen.html
- https://www.dgb.de/service/weiterer-service/tarifmeldungen/
- https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/02/berlin-bvg-warnstreik-verdi-donnerstagmorgen-48-stunden.html